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Oberschule oder Gymnasium?


Die sogenannten Bildungsempfehlungen sind zusammen mit den Halbjahresinformationen raus. Zuvor haben Grundschullehrkräfte sachsenweit über 30.000 Viertklässlern in Bildungslaufbahngesprächen empfohlen, welche weiterführende Schulart nach der Grundschulzeit die beste für sie wäre. Berücksichtigt werden neben den Noten auch das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers bzw. der Schülerin. Wie der Name sagt, ist die Bildungsempfehlung eine Empfehlung und nicht bindend für Eltern. Manche schwanken daher noch, ob sie der Empfehlung folgen wollen.

Im vergangenen Schuljahr haben sich laut Sächsischem Kultusministerium ca. 23 Prozent der Schüler:innen trotz einer gymnasialen Bildungsempfehlung für eine Oberschule entschieden und ca. 4,5 Prozent wählten trotz Oberschulempfehlung den Weg aufs Gymnasium. 

Mutter, Vater und Kind sitzen an einem Tisch und überlegen zusammen, welcher Bildungsweg der Beste für das Kind ist
Eltern überlegen am besten gemeinsam mit ihrem Kind, welcher Bildungsweg am besten passt.

Bildungsempfehlung: 5 Tipps als Entscheidungshilfe

Mit einer kleinen Checkliste erhalten unsichere Familien eine Entscheidungshilfe.

Tipp 1: Grundschulzeit reflektieren

Hat mein Kind die Grundschulzeit ohne Lernschwierigkeiten absolviert und kontinuierlich gute Leistungen in Mathematik und Deutsch erbracht? Und hat mein Kind die Hausaufgaben in der Grundschulzeit allein, zügig und sorgfältig erledigt? Denn im Gymnasium steigt der Umfang der Hausaufgaben.

Tipp 2: Was möchte mein Kind?

Hat der Schüler bzw. die Schülerin selbst den Wunsch zum Gymnasium zu gehen? Die eigene Motivation der Heranwachsenden sollten Eltern nicht außer Acht lassen. Gerade wenn es mal schwieriger wird, ist die eigene Motivation enorm wichtig. 

Tipp 3: Wie wissbegierig ist mein Kind?

Die Bereitschaft, etwas mehr zu tun, als gefordert wurde und vielseitige Interessen aufzuweisen, sei ebenfalls ein guter Indikator für den Besuch des Gymnasiums. Daran lässt sich ableiten, dass ein Kind neugierig und wissbegierig ist sowie Eigeninitiative beim Erlernen neuer Sachverhalte zeigt.

Tipp 4: Selbstständigkeit überprüfen

Hat mein Kind Freude daran, sich über einen längeren Zeitraum selbstständig zu beschäftigen und aktiv mit anderen zu spielen? Projekt- und Gruppenarbeiten sowie das Durchführen und Dokumentieren von Experimenten nimmt im Gymnasium einen großen Anteil am Unterricht ein.

Tipp 5: Denkt mein Kind in Zusammenhängen?

Stures Auswendiglernen bringt auf Dauer wenig. Um während der Schulzeit erfolgreich und mit Freude zu lernen, sollten Kinder und Jugendliche Zusammenhänge wahrnehmen, sich Gelerntes gut merken und dann auf neue Situationen anwenden. Nicht jedes Kind ist zum Ende der Grundschulzeit schon so weit. Ein Beispiel: Beschreiben Sie dem Kind den Weg zum Bäcker, geben ihm eine Einkaufsliste und Geld. Kann es alle Informationen aufnehmen und den Auftrag umsetzen? Könnte Ihr Kind diese Aufgabe auch lösen, wenn es z. B. in einer fremden Umgebung – etwa im Urlaubsort – wäre?

Checkliste: Oberschule oder Gymnasium?

Hat mein Kind …
... die Grundschulzeit ohne Lernschwierigkeiten absolviert?
... in der Regel gute Leistungen in Mathematik und Deutsch?
... die Hausaufgaben in der Grundschulzeit allein, zügig und sorgfältig erledigt?
... selbst den Wunsch zum Gymnasium zu gehen?
... die Bereitschaft, etwas mehr als gefordert zu tun?
... vielseitiges Interesse und ist wissbegierig?
... Freude, sich über einen längeren Zeitraum selbständig zu beschäftigen?
... Freude, über längere Zeit mit anderen aktiv zu spielen?
... die Fähigkeit, Zusammenhänge rasch wahrzunehmen / zu begreifen?
... die Fähigkeit, sich Gelerntes gut zu merken?